Euch gehört die Zukunft, wenn Ihr sie Euch nehmt!
Redebeitrag Zukunftswerk Osnabrück / Sagt NEIN!
Schulstreikdemonstration 05. März –
Gegen Wehrdienst und alle Zwangsdienste
Hallo Leute,
Schön, heute bei Euch zu sein!
Schön, in der Friedensstadt Osnabrück so viele junge Menschen zu sehen, die das ernst meinen mit dem Frieden, ihren Arsch gegen den Alltag des Krieges bewegen und sich nicht einschüchtern lassen durch angedrohte Disziplinarmaßnahmen und Repression!
Ihr gebt mir Hoffnung.
Erstmal: Respekt!
Respekt vor eurer Selbstorganisation.
Respekt vor eurem Mut.
Und Respekt davor, dass ihr euch nicht als Kanonenfutter verheizen lassen wollt.
Ihr seid heute hier.
Ihr streikt. Ihr demonstriert.
Ihr erhebt eure Stimme.
Ihr seid der lebende Beweis dafür, dass junge Menschen sich interessieren. Dass junge Menschen eine Zukunft wollen.
Und dass ihr bereit seid, euch einzumischen –
für zivile und friedliche Perspektiven statt für Schützengräben.
So, wie viele 10.000 andere heute – in fast 120 Städten in Deutschland.
Vor über 40 Jahren habe ich selbst den Kriegsdienst verweigert.
Ich habe das getan in Anlehnung an Rosa Luxemburg.
Sie hat schon vor über 100 Jahren festgestellt:
„Der Bestialität der Praxis des Krieges, muß die Bestialität der Gedanken und der Gesinnung entsprechen, diese muß jene vorbereiten und begleiten.“
Ich war nicht bereit, Teil dieser Bestialität zu werden. Nicht bereit, zu lernen, auf andere Menschen zu schießen, auf Befehl zu morden.
Nicht bereit, mich in einen militärischen Gehorsam pressen zu lassen.
So, wie Ihr das heute auch nicht seid. Gut so!
Deshalb fühle ich mich mit eurem Anliegen zutiefst verbunden.
Ich stehe heute hier auch als Vater.
Ich habe drei erwachsene Kinder –
genau in dem Alter, das jetzt wieder von den Kriegstreibern ins Visier genommen wird.
Ins Visier für die sogenannte „Kriegstüchtigkeit“.
Ins Visier für die Profite der Rüstungsindustrie.
Und ich stehe hier als Opa.
Ich habe eine vierjährige Enkelin.
Für sie wünsche ich mir eine friedliche Zukunft.
Eine Welt ohne Krieg.
Eine Welt ohne Klimakollaps.
Eine Welt mit gegenseitigem Respekt, einer intakten Mitwelt
und dem selben Recht auf Leben für Alle.
Eine Welt, in der Milliarden in Schulen, Krankenhäuser und Klimaschutz fließen – und nicht in Panzer und Raketen.
Aber wir sehen: Ohne Widerstand gegen die herrschende Politik wird es eine solche Welt nicht geben. Deshalb stehen wir heute gemeinsam hier.
Das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz ist ein gefährlicher Schritt.
Es öffnet die Tür zur Wiedereinführung der Wehrpflicht.
Per einfacher Rechtsverordnung.
Ohne klare Definition, wann eine „verteidigungspolitische Lage“ vorliegt.
Junge Menschen, die nach 2007 geboren wurden, müssen Fragebögen der Bundeswehr ausfüllen. Persönliche Daten. Verpflichtend für alle mit männlichem Geschlechtseintrag.
Ab 2027 wieder verpflichtende erniedrigende Musterungen.
Das ist kein kleiner Verwaltungsschritt.
Das ist Militarisierung.
Das ist Vorbereitung auf Zwang.
Und am Montag erst hat der Wehrbeauftragte des Bundestages deutlich gemacht, dass er es für erforderlich hält, dass das ganze Gesabbel um die angebliche ´Freiwilligkeit´ spätestens ab 2027 abgeräumt wird.
Dann werdet ihr dann in die Armee gezwungen.
Das bedeutet die Rekrutierung von Kanonenfutter
für die Kriege der Reichen.
Pflichtdienste sind ein massiver Eingriff in eure Freiheit.
In eure Selbstbestimmung.
In eure Lebensplanung.
Deshalb sagen wir gemeinsam mit der DGB-Jugend, der ver.di-Jugend, der GEW und der IG Metall Jugend:
Kein Mensch darf zum Dienst an der Waffe gezwungen werden!
Wer wirklich will, dass junge Menschen sich engagieren,
der muss Freiwilligendienste stärken.
Der muss soziale Sicherheit schaffen.
Der muss Ausbildung, Studium und gute Arbeit garantieren.
Der muss eine lebens- und erstrebenswerte Zukunft gestalten.
Aber was passiert stattdessen?
„Kanonen statt Butter!“
Das bedeutet: Geld für Panzer und Raketen ist plötzlich da – aber wenn es um Bildung, Pflege oder bezahlbare Wohnungen geht, heißt es:
Dafür ist kein Geld da.
„Kanonen statt Butter!“ heißt:
Aufrüstung wird bezahlt – eure Zukunft soll sparen.
Das ist auch hier in Osnabrück konkret.
2.300 Menschen arbeiten im VW-Werk. Viele tausend anderen
Arbeits – und Ausbildungsplätze hängen vom Werk ab.
Die Zukunft des Standorts ist ungewiss.
Und statt endlich eine sozial-ökologische Transformation zu organisieren, wird darüber nachgedacht, aus einer Autofabrik eine Waffenschmiede zu machen.
Vielleicht betrifft euch das ganz direkt – weil eure Eltern, eure Geschwister oder Familienangehörige im VW-Werk arbeiten
oder weil ihr selbst überlegt habt, dort eine Ausbildung zu beginnen.
Wir als Zukunftswerk Osnabrück sagen klar:
Die Friedensstadt Osnabrück darf keine Waffenschmiede werden!
Und jetzt muss ich als Gewerkschafter etwas deutlich sagen.
Was ihr hier längst begriffen habt –
- dass Aufrüstung keine Zukunft ist,
- dass Krieg keine Lösung ist,
- dass man junge Menschen nicht verheizen darf –
das haben die örtliche IG Metall, der Betriebsrat und die IG-Metall-Vertreter*innen im Aufsichtsrat von VW offenbar noch nicht begriffen.
Die Satzung der IG Metall spricht von Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung. Sie verpflichtet zur Fernhaltung militaristischer Elemente aus der Wirtschaft.
Das ist eindeutig.
Aber wenn man – wie der IG-Metall Chef hier in Osnabrück sagt:
„Wir entscheiden nicht, was hier produziert wird – das entscheidet der Konzern“, dann gibt man die Handlungsmacht der Gewerkschaft aus der Hand.
Eine Gewerkschaft ist keine Zuschauerin.
Sie ist Kampforganisation.
- Sie muss Perspektiven entwickeln.
- Sie muss Druck machen.
- Sie muss Konversion
für eine soziale und ökologische Zukunft organisieren. - Sie muss ihre Organisationsmacht nutzen.
Deshalb sagen wir:
IG Metall Osnabrück – wacht auf!
Schaut euch diese jungen Menschen an.
- Hier steht die Zukunft.
- Hier steht Klarheit.
- Hier steht Mut.
Frieden wird nicht erbettelt.
Frieden wird erkämpft.
- Der Kampf gegen Wehrpflicht,
- der Kampf gegen Aufrüstung und Krieg,
- der Kampf für gute Arbeit
- und der Kampf für Klimagerechtigkeit –
das ist unser gemeinsamer Kampf.
Ihr seid heute hier und setzt ein Zeichen.
- Sagt Nein! zur Wehrpflicht.
- Sagt Nein! zu Zwangsdiensten.
- Sagt Nein! zur Militarisierung Eurer Stadt.
Und sagt Ja!
zu einer solidarischen, ökologischen und friedlichen Zukunft.
- Bleibt laut!
- Bleibt organisiert!
- Bleibt unbequem und widerständig!
- Euch gehört die Zukunft, wenn Ihr sie Euch nehmt.
- Nehmt sie Euch!


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